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Nach einer dank Salsa und Rum beschwingten Weihnachtsfeier in einer kubanischen Familie starteten wir zu dritt, zwei Kuba-Kenner und ein Neuling.
Die Autobahn zwischen Santiago und Guantanamo war ein für Radler seltenes Vergnügen, 3 Spuren, 3 Radler und pro Stunde höchstens 10 Autos und vielleicht noch eine Pferdekutsche.
Kuba ist ein armes und von den USA (weil es den CIA-gestützten Diktator Batista, einige Reiche wie Bacardi und die Mafia vertrieben hat) brutal boykottiertes Land, in dem es ausser Strassenkreuzern aus der Zeit vor der Revolution kaum Privatautos gibt.
Den wegen Sperrgebiets nur mit Sondergenehmigung möglichen Blick auf die amerik. Militärbasis ersparten wir uns, dafür entschädigte uns die kakteenbewehrte Küstenlandschaft und die schweisstreibende Fahrt über einen 500m hohen Pass durch Regenwälder voller Bromelien, Obst-, Kaffee- und Kakao-Anpflanzungen.
Wild campen ist verboten (worüber uns Militärs mitten in der Nacht aufklärten), Campingplätze in unserem Sinne gibt es nicht, Touristen dürfen nur in gehobeneren Hotels und in dafür zugelassenen Privathäusern für teures Devisen-Geld übernachten, wo dann aber meist auch ein üppiges Abendessen und Frühstück geboten wird.
Ansonsten war es nicht immer einfach, den Radlerhunger zu stillen: umgeben von Bananenplantagen wurden Bananen nur selten zum Kauf angeboten und das Angebot der kleinen Straßenläden war vielfach auf Zigarren, Bier und Rum beschränkt.
Als energiebringender Durstlöscher erwies sich frisch gepresster und mit zermatschtem Eis versetzter Zuckerrohrsaft, und Zuckerrohr wächst ja mehr als ausreichend auf der Zuckerinsel.
Vor allem in Sumpf- und Mangrovengebieten wurde manche Schmetterlingsjagd durch Moskitos zu einem fluchtartigen Ende gebracht.
Üble Schlaglochpiste mit Speichenrissen und Schlauchplatzern führten zu einer sehr schwierigen Suche nach Mechanikern mit Spezialwerkzeug und Ersatzteilen trotz verbreitetem Einsatz von Fahrrädern und Fahrradtaxis.
Eine Kaltfront mit Sturm und Regen verdarb die für den Schluss eingeplanten Bade- und Schnorcheltage.
Trotz nur 2 Konditoreien auf 3 Wochen und eineinhalbtausend Kilometern kann Kuba für Radler eindeutig empfohlen werden: sehr interessant, wenn auch manchmal nicht so ganz einfach oder verständlich.
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