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Vorgeschichte:
Bei einem nicht ganz unbekannten Discounter gab es die Tage wieder viel Nützliches fürs Fahrrad, zu teilweise sagenhaft günstigen Preisen.
Mit dem Kauf einer Doppelzylinder-Fußluftpumpe mit angebautem Manometer hatte ich schon länger geliebäugelt, da ich mir doch ein paar Vorteile von einem solchen Hightech-Gerät versprach.
Kein Bücken, bequemes und leichtes Betätigen mit dem Fuß und genaue Dosierung der Luftmenge bzw. des Drucks durch den Blick auf das Manometer. Also alles Voraussetzungen, vor der Ausfahrt mit dem Radl, noch mal schnell den Luftdruck zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Deutscher Hersteller, Markenname, TÜV - und GS Zertifikat waren auch auf der sehr guten und stabilen Verpackung drauf, Adapter für alle Ventilarten sollten drin sein. Schaute alles sehr solide aus. Was sollte mich noch hindern, den Kauf zu tätigen? Ich wollte die Pumpe, und ich hab' sie gekauft: 3 Euro 49 Cent.
Protokoll über den Versuch einen Fahrradreifen mit einer Doppelzylinder- Fußluftpumpe aufzupumpen:
Montag, 14.04.2008
Nach dem Kauf und Heimtransport der Ware: Öffnen der Verpackung, Auspacken der Pumpe und Überprüfen des Zubehörs auf Vollständigkeit. Durchlesen der gut gestalteten und sehr übersichtlichen deutschen Bedienungsanleitung mit Bildern. Alles ok. Vorfreude kommt auf. Ich will endlich hören, wie die Luft mit Druck durchs Ventil in den Reifen zischt!
Uhrzeit 11:44 Versuchsbeginn
Adapter für Sclaverandventil auf das selbige geschraubt um festzustellen, welche Seite am Adapter die richtige ist und ob alles zusammenpasst.
Dann den Adapter wieder abgeschraubt, um zu prüfen, ob er am Druckschlauchanschluß der Pumpe, ebenfalls passt.
Beim Abschrauben bleibt der lose im Adapter eingelegte, 1 mm starke Dichtungsring aus Gummi, auf dem Fahrradventil zurück.
Vorsichtiges Abstreifen. Der Dichtungsring zerreisst.
Dichtungsring in Abfallkübel geschmissen.
Durchtreten des Fusspedals der Pumpe, um festzustellen, ob und wie die Pumpe überhaupt funktioniert.
Pumpe kippt dabei zur Seite weg, weil die Standfläche viel zu klein ist und das Festhalten mit dem anderen Fuss nicht möglich bzw. überhaupt nicht vorgesehen ist.
Das Verbindungsstück aus Spritzguss bzw. Plastik zwischen Manometer und Druckschlauch, bricht dabei ab. Abmessungen: 5 Millimeter Außendurchmesser und 1,1 mm Wandstärke!
Uhrzeit 11:45 Versuchsende
Pumpe und Druckschlauch zum Dichtungsring in den Abfallkübel geschmissen.
Luftdruck im Vorder- und Hinterrad mittels Daumenmethode überprüft, mit meiner alten Handluftpumpe nachgefüllt. Fertig. Geht doch!
Trotzdem den kompletten Nachmittag gefrustet und irgendwie verarscht gefühlt. Ich bin nur noch nicht dahinter gekommen an was es wohl lag... ;-)
Deutsche Wertarbeit? Es ist klar, dass das alles aus China kommt, auch wenn ein deutscher Lieferant auf der Verpackung draufsteht. Einkaufspreis wahrscheinlich so um die 50 Cent.
Nachsatz: Das vorgehende Protokoll ist über den Discounter auch beim Importeur der Pumpe gelandet. Nach einer vorherigen e-mail mit Standardfloskeln, in der alle Schuld zurückgewiesen wurde, ist später ein Anruf eingegangen und ein freundlicher Herr hat mir angeboten, eine neue Pumpe - für mich kostenfrei - zu liefern.
Ich hab’ das Angebot dann doch nach vorhergehend geäusserten Zweifeln und Überlegungen angenommen. Ich weiß ja jetzt, wie ich es nicht machen darf und ausserdem habe ich ja noch die alte Handpumpe.
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