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1. Zwischenbericht
Im November haben wir an dieser Stelle Werbung für das Radeln in der kalten und dunklen Jahreszeit gemacht. Hier eine erste Zwischenbilanz Eures Korrespondenten da draußen, die zeigt: es geht tatsächlich!
Grundlage dieses Erfahrungsberichts sind gelegentliche Stadtfahrten (Einkaufen, Besuche) und der ein oder andere Ausflug ins Umland; in der Hauptsache bin ich als Berufspendler werktäglich zwischen Hof und Rehau unterwegs. Beim Radeln in der Stadt gab es kaum winterbedingte Probleme, also bloß die Probleme, die man als Radfahrer in Hof zu jeder Jahreszeit vorfindet (wir vom ADFC arbeiten daran, dass das besser wird, aber das ist jetzt ein anderes Thema). Das lag natürlich auch an der geringen Schneemenge. Das kann in schneereichen Wintern anders aussehen; die Radwege sind dann oft nicht zu benutzen und die Straßen können ziemlich schmal werden. Dass auf Radwegen ein kerniger und scharfkantiger Splitt gestreut wird, der zu häufigen Pannen führt, wurde gegenüber der Stadt schon öfter moniert. Dort steht man auf dem Standpunkt, dass nur auf Straßen Salz gestreut werden darf. Der für Fuß- und Radwege eingesetzte Splitt kommt seit jeher aus dem Frankenwald. Daran will man seitens der Stadt nichts ändern, und so lange das so ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als besondere Vorkehrungen gegen Platten zu treffen: Pannenschutzbänder einlegen oder (besser) Reifen mit integrierter Schutzschicht verwenden.
Bei den Überlandfahrten gab es die meisten Schwierigkeiten auf einigen Radwegen. Besonders der so viel frequentierte Saale-Radweg zwischen Hof und Döhlau kann bei winterlichen Verhältnissen unangenehm werden. Im Stadtgebiet von Hof wechselt der Zustand je nach Anrainer. Es gibt Abschnitte, die grundsätzlich unbehandelt bleiben, hier hat man es dann je nach Witterung mit Tiefschnee, eingefrorenen Fuß- und Reifenspuren oder Glatteis zu tun. Die meisten Teilstücke sind ordentlich geräumt, aber auch hier wie in der Stadt nur mit dem berüchtigten Frankenwald-Splitt präpariert. Glatteis war an einigen Tagen im Januar ein Problem. Nachdem es Eurem Korrespondenten an einem Morgen mehrmals das Fahrrad unterm Hintern weggezogen hatte, wagte er es, auf die dank Salz gut befahrbare Straße zu wechseln. Er musste sich das wütende Gehupe zahlreicher Autofahrer anhören. Sowas nervt natürlich, auch wenn man rechtlich (und fahrtechnisch sowieso) damit auf der sicheren Seite ist. Möglicher Ausweg: an solchen Tagen eine alternative Route wählen, die keine Radwege aufweist (davon gibt es bei uns genug). Im konkreten Fall: man kann auch über Erlalohe und Tauperlitz nach Rehau kommen und dem bei Glätte gefährlichen Saale-Radweg aus dem Weg gehen. Was in Hof aus welchem tieferen Grund auch immer nicht geht, ist übrigens in Rehau kein Problem: der Fuß- und Radweg zwischen Neukühschwitz und Rehau wird nicht mit einer zentimeterdicken Schicht Splitt sondern durch dezenten Salzeinsatz winterfit gehalten.
Hinweisen will ich hier nochmal darauf, wie wichtig es ist, eine gute Lichtanlage am Rad und reflektierende Kleidung am Körper zu haben. Und keinerlei Verständnis habe ich für die Cowboys, die es für eine gute Idee halten, ohne Beleuchtung und in dunkle Klamotten verpackt bei Dunkelheit als Geisterfahrer den Saale-Radweg unsicher zu machen. Einige Fast-Frontalzusammenstöße und viel unnütz vergossenes Adrenalin haben mir diese Zeitgenossen beschert.
Oliver Groll/07.12.2007
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