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Kommunale Agenda 21

Eine interessante Sitzung des Agenda 21-Bürgerkreises zum Thema Radvekehr in Hof fand kürzlich statt, auch zwei Mitglieder des ADFC nahmen teil. Für uns war dieser Ausflug in die Kommunalpolitik eine neue Erfahrung, konnten wir doch einige Akteure auf diesem Gebiet kennenlernen und auch zumindest eine Ahnung davon bekommen, wie Diskussionen und Entscheidungsprozesse laufen und welche Chancen wir haben, mit eigenen Ideen und Initiativen daran teilzunehmen.

Kurz zusammengefasst: es gab eine lebhafte Diskussion um die aktuelle Situation des Radverkehrs in Hof, um unbefriedigende Lösungen vor allem im Bereich der Anbindung von Aussenbezirken an die Innenstadt, um konkrete Gefahrenpunkte an einzelnen Knotenpunkten und um mögliche technische Verbesserungen.

Einig waren sich alle Teilnehmer, auch die Vertreter vom Tiefbauamt und der Polizei:

Es gibt zahlreiche Punkte in der Stadt, die für Radfahrer höchst problematisch sind.

Es wird demnächst ein Lokaltermin an den wichtigsten dieser neuralgischen Punkte geben und ein Katalog mit Verbesserungsvorschlägen erarbeitet.

Damit diese Vorschläge auch Gehör bei den Entscheidungsträgern finden, soll dann ein offizieller Lokaltermin mit geladenen Vertretern aus Politik (Bürgermeister, Stadtrat), Verwaltung und Verkehrspolizei stattfinden. Angedacht sind fürs erste die Bereiche Mühlberg, Klinikum, Kuhbogen / Hans-Böckler-Str. und Jahnstr., wobei das nur ein kleine Auswahl aus den besprochenen problematischen Stellen darstellt.
 

Ich will jetzt hier nicht weiter in die Details gehen, sondern noch ein paar Aussagen und    Thesen wiedergeben, die in der technischen Diskussion vielleicht etwas zu kurz gekommen sind:

Egal, ob der Radverkehr in in Hof, wie in Gutachten behauptet, tatsächlich rund 10% des Gesamtverkehrs ausmacht (aus eigener Erfahrung liegt er geschätzt irgendwo zwischen 1% und 5%): viele Alltagsradler fühlen sich eindeutig in der Defensive und damit unsicher auf den Straßen in Hof; das gilt insbesondere für Eltern, denen daran gelegen ist, dass auch ihre Kinder die innerstädtischen Wege mit dem Rad zurücklegen. Alles spräche dafür, die Kinder bewegen sich, die Umwelt wird geschont, es ist die billigste Fortbewegungsart - aber viele Eltern haben schlichtweg Angst, ihre Kinder in den Hofer Straßenverkehr zu schicken.
 

Daraus abgeleitet: wir dürfen nicht nur über die Radfahrer und ihre Probleme sprechen, sondern auch und besonders über die große Mehrheit der Nicht-Radfahrer und wie wir es schaffen können, mehr von diesen Menschen von den unbestreitbaren Vorteilen des Verkehrsmittels Fahrrad zu überzeugen.
 

Damit mehr Menschen das im Stadtverkehr vernünftigste, gesündeste und billigste Verkehrsmittel benutzen, muss sich auch in den Köpfen der Menschen etwas verändern. Autofahren darf nicht mehr als das Normale und alle anderen Verkehrsmittel dürfen nicht als irgendwie exotisch gelten.
 

Ein solches Umdenken müsste aber auch von der Politik befördert werden; ohne Anstöße von außen werden die Wenigsten ihre eingefahrenen Gewohnheiten ändern. Solange der Radverkehr von Seiten der Kommunalpolitik und Verwaltung vor allem als "Problem" gesehen wird, das es bestenfalls mittels technischer Verbesserungen zu entschärfen gilt, wird sich an der Situation nichts Grundlegendes ändern. Die Politik müsste aber ein Signal setzen und durch Worte und Taten deutlich machen, dass Hof zu einer radfahrerfreundlichen Stadt werden soll.

Hieran arbeitet der Agenda-Bürgerkreis. Wir würden uns aber wünschen, dass die Stadt auch Zeichen setzt, die über den kleinen Kreis der jetzt schon mit dem Radverkehr befassten Personen hinausgeht und allen Bürgern durch konkrete wie auch symbolische Aktionen vermittelt, dass das Radfahren in unserer Stadt nicht nur geduldet sondern ausdrücklich erwünscht ist.

Oliver Groll